Erektionsstörungen – das vorprogrammierte Gefühlschaos

Erektionsstörungen werden noch oft als Tabuthema behandelt
Heutzutage dreht sich in der Gesellschaft vieles um perfekte Schönheit und im Besonderen um eine aktive Sexualität. Letztere setzt vor allem Männer unter Druck. Gerade die digitale Welt, wo jeder stets erreichbar ist und somit auch beruflicher Stress eine negative Rolle spielt, sorgt dafür, dass sich immer öfter in hiesigen Betten weniger abspielt.

Doch über Impotenz beziehungsweise erektile Dysfunktion sprechen Männer normalerweise nicht. Aus Sicht der Gesellschaft sollen und wollen Männer stets stark wie auch potent sein! Der heutige Mann definiert sich in vielen Fällen über seine sexuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Deshalb ist Impotenz, auch in einer vielfältigen und aufgeklärten Gesellschaft, immer noch das größte Tabuthema.

Was sind Erektionsstörungen?
Aus Sicht der Medizin bedeuten Erektionsstörungen eine wiederholt auftretende oder dauerhaft bestehende Unfähigkeit, eine befriedigende Erektion aufzubauen und/oder aufrechtzuerhalten, damit der Geschlechtsakt zufriedenstellend für beide Partner beendet werden kann. Als Faustregel gilt dabei: Konnte der Beischlaf während der letzten drei/sechs Monate zu dreißig bis fünfzig Prozent nicht vollzogen werden, kann es sich eine erektile Dysfunktion vorliegen. Die Arzneimittel wie z.B. Tadalafil können oft zur Maßnahmen gegen Impotenz kommen.

Sind viele Männer von erektiler Dysfunktion betroffen?
Litten Männer auf Dauer unter Erektionsstörungen, war über viele Jahre Schweigen angesagt – selbst im wissenschaftlichen Bereich. Allein der Kinsey-Report von 1948 stellte über sechzig Jahre eine Studie dar, die Sexualstörungen und Sexualverhalten dokumentierte.

In einer aktuellen Studie zu Impotenz wurden 10.000 Männer befragt. Dabei kam heraus, dass hierzulande etwa zwanzig Prozent der Männer zwischen fünfzig und sechzig Jahren an erektiler Dysfunktion leiden. Zudem klagen dreißig Prozent der Männer zwischen sechzig und siebzig Jahren über leichte bis schwerwiegende Erektionsstörungen. Inzwischen übertreffen derartige Beschwerden zahlenmäßig sogar andere Zivilisationserkrankungen wie beispielsweise Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes (Zuckerkrankheit), koronare Herzerkrankungen, Hyperlipidämie (erhöhtes Cholesterin) sowie generalisierte Arteriosklerose.

Vielfältige Ursachen für belastende Erektionsprobleme

Die Ursachen für Impotenz werden grob in organische, altersbedingte und psychische Ursachen eingeteilt. Erektionsstörungen jedoch zu mehr als achtzig Prozent organisch bedingt. Diese Form der erektilen Dysfunktion kann von Fachärzten entsprechend behandelt werden.

Für eine exakte Diagnose und individuelle Therapie setzen Andrologen oder Urologen unterschiedliche Untersuchungsmethoden ein. Betroffene Männer sollten besonders darauf achten, dass der behandelnde Arzt entsprechende Diagnose-Apparate und Verfahren anbietet, wie zum Beispiel einen Biothesiometer (Nervenmessung), eine Dynamometrie (zur Impuls-/Bewegungsmessung), ein EMG (Kontrolle der Beckenbodenmuskulatur) und ein Ultraschall für die farbcodierte Doppler-Duplex-Sonographie (Ermittlung der vier Penisgefäße) sowie eine Apparatur, um die Schwellkörper im Ganzen zu erfassen.

Erektile Dysfunktion – rezeptpflichtige Mittel
Viele Männer scheuen sich jedoch davor, ihre Erektionsstörungen mit einer fremden Person zu besprechen. Stattdessen recherchieren Betroffene oft nach Mitteln gegen Impotenz im Internet, wo sich ein riesiges Angebot wiederfindet. Vor manchen Angeboten ist allerdings Vorsicht geboten. Selbst rezeptpflichtige Medikamente dürfen von vielen Patienten nicht eingenommen werden, da diese sich bei einigen Vorerkrankungen oder chronischen Krankheiten ins Negative wandeln können. Es ist ratsam einen Arzt aufzusuchen, um entsprechend behandelt zu werden.


Quellen:

Männergesundheit (2018): Über Erektionsstörungen spricht man(n) nicht. Online verfügbar unter: https://www.maennergesundheit.info/erektionsstoerungen/erektionsstoerungen-ueberblick.html, zuletzt geprüft am 25.04.2018.

Onmeda (2017): Erektionsstörung: Ursachen, Symptome und Therapie. Online verfügbar unter: https://www.onmeda.de/krankheiten/impotenz.html, zuletzt geprüft am 25.04.2018.

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